04 Aug

Die VOB – Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen

Wer ein Haus bauen möchte, stolpert unweigerlich irgendwann über folgende drei Buchstaben: VOB. Gemeint ist die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Doch was ist die VOB eigentlich und welche Relevanz hat die VOB für das eigene Bauvorhaben?

Die VOB ist kein Gesetz

Zunächst einmal ist festzuhalten: Die VOB ist weder ein Gesetz, noch eine Rechtsverordnung. Vielmehr handelt es sich um ein Regelwerk, das im Auftrag des DAV, dem Deutschen Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen vom DIN Deutschen Institut für Normung e.V. herausgegeben wird.

Die VOB besteht aus drei Teilen:

  • Teil A: Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen
  • Teil B: Vertragsbedingungen für die Ausführungen von Bauleistungen
  • Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen

Während die öffentliche Hand verpflichtet ist, Bauleistungen nach VOB Teil A zu vergeben und damit auch an die Teile B und C gebunden ist, steht es gewerblichen Unternehmen oder privaten Endverbrauchern frei, Verträge über Bauleistungen nach VOB zu schließen.

Vertrag nach VOB

Bei einem Bauvertrag nach VOB vereinbaren beide Parteien ausdrücklich die Geltung der VOB, konkret der VOB/B, also Teil B der VOB. Davon zu unterscheiden ist der sog. BGB-Vertrag, der auf den Bestimmungen des Werkvertragsrechts basiert.

Teil A der VOB regelt die Vergabe von Bauaufträgen durch die öffentliche Hand, die damit auch an die beiden anderen Teile der VOB gebunden ist. Demgegenüber steht es der privaten Wirtschaft frei, bestimmte Regelungen in Verträge zu übernehmen. Im Falle eines Bauvertrags nach VOB ist dies Teil B der VOB, der somit als Regelung im Sinne von Allgemeinen Geschäfsbedingungen zu interpretieren ist.

Voraussetzung für die Gültigkeit der VOB/B in einem Bauvertrag ist wiederum, dass der Bauvertrag die VOB/B ausdrücklich zum Vertragsbestandteil macht und die VOB/B übergeben wird.

Darüber hinaus können zusätzlich zur VOB/B weitere Vertragsbedingungen zwischen den Parteien vereinbart werden, was in der Baupraxis sogar relativ häufig der Fall ist. Dabei kann es vorkommen, dass getroffene Regelungen konkurrieren. Vor diesem Hintergrund ist deshalb zu regeln, welche Vertragsbedingungen vorrangig gelten.

In §1 (1) der VOB/B ist zudem geregelt, dass auch die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen, die VOB/C Vertragsbestandteil werden. Wird also ein Bauvertrag nach VOB geschlossen, gilt sowohl Teil B als auch Teil C als Vertragsbestandteil.

Unser Baufachtage-Tipp: Ein Bauvorhaben ist eine komplexe Angelegenheit, bei dem es um viel Geld geht. Deshalb empfiehlt es sich, Bauverträge von einem auf Baurecht spezialisierten Fachanwalt prüfen zu lassen.

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